Samstag, 6. Juni 2015

Die Oberschenkel Und Der Böse Wolf

Liebe Leser, 

wer wie ich mit prallen Oberschenkeln gesegnet ist der kennt ihn: Den bösen Wolf. Hiermit meine ich die Reibung die beim Laufen zwischen den Oberschenkeln entsteht und zu Rötungen, Hautabrieb und Schmerzen führt. 
Ich lief mir zum ersten Mal einen Wolf als ich mit einer Freundin in Mailand war. Städte erkunde ich am Liebsten zu Fuß. Je mehr ich laufend zu sehen bekomme desto besser. Wir liefen also durch Mailand, ich trug einen schwarzen Rock und ein altrosa Top. Ein wirklich unglücklich gewähltes Outfit, denn was ich schmerzhaft zu spüren bekam war 1. das ich in keine Kirche hinein gelassen wurde und 2. das nach ca. 5 Stunden ein schmerzhaftes Brennen zwischen meinen Oberschenkeln begann und das war definitv kein erotisches Anzeichen - obwohl ich bei den italienischen Männern gut ankam. Sie sprachen allerdings nicht mit mir sondern mit meiner Freundin die sie für meine Mutter hielten und bei der sie die Erlaubnis erbaten mich ausführen zu dürfen. Irgendwie süß.
Irgendwo am anderen Ende von Mailand schließlich kapitulierte ich in Anbetracht des langen Rückweges und wir nahmen die Metro. Am nächsten Tag trug ich wieder eine Hose.
Was ich damals nicht wusste war das es viele Möglichkeiten gibt dem Wolf zu begegnen. Da gibt es zum einen Leggings in lang und kurz, hübsche spitzenbesetzte Radlerhosen, kurze Strumpfhosen, Bandelettes, Deosticks, Sportlersticks und Körperpuder. Welche Methode ist da denn die Beste fragt man sich. Bei mir hat das viel mit den Temperaturen zu tun und dem was ich trage. Wenn es sehr heiß ist mag ich nicht viel anhaben und kam im letzten Jahr gut mit einem Deostick klar (für dieses Jahr muss ich mir da eine Alternative suchen da ich mich damals noch nicht wirklich mit Inhaltsstoffen befasst hatte). Ansonsten trage ich auch gerne mal kurze Leggings. Die Bandelettes finde ich persönlich superschön. Aber im letzten Jahr auf der Curvy Messe war es zum Ende hin eher so das ich dachte sie rutschen mir vom Bein und das tat der eine dann auch mitten im Berliner Nachtleben. 
Nun gibt es eine neue Creme auf dem Markt von der ich ein Muster zugeschickt bekam und das ich heute für Euch unter die Lupe nehme: Vevina! Die sogenannte Schutzcreme kommt stylisch in einer pinkfarbenen kleinen Tube daher. Wie auch im Geschäft scanne ich als erstes den Barcode um mir die Bewertung der Inhaltsstoffe auf Codecheck anzuschauen. Das ist übrigens eine App die ich jedem nur empfehlen kann. Auf einen Blick sehe ich das das Produkt 2 nicht empfehlenswerte und 3 eingeschränkt empfehlenswerte Inhaltsstoffe hat. Ich schaue genauer hin. Angemahnt werden Paraffin und Petrolatum (beides Sammelbezeichnungen für künstliche Stoffe die meist aus billigem Erdöl hergestellt werden und von denen einige sich im Körper anreichern können und zudem die Haut verstopfen), Ceteareth-20 und Cyclopentasiloxane, sowie PEG-100 Stearate (alles Stoffe die die Haut durchlässiger machen so das Schadstoffe eingeschleust werden können). Meine Euphorie ob des Tests verfliegt etwas. Im Geschäft würde ich den Artikel nun schon nicht mehr kaufen. Für den Härtetest habe ich mir den heutigen Tag ausgesucht. Wir haben eine komisch schwüle Hitze mit 25 Grad und einem Mix aus Sonne und Wolken und es ist Flohmarkttag. Das heißt also ich laufe viel und es wird schwitzig- beste Voraussetzungen also. Ein großer Pluspunkt gleich beim Eincremen: die Creme ist gut zu dosieren und vor allem unparfümiert. Ich trage eine Schicht auf und merke direkt beim Gehen das meine Schenkel leicht aneinander vorbeigleiten, es ist wie ein unsichtbarer Film auf der Haut. Nach 4 Stunden auf dem Flohmarkt spüre ich allerdings ein leichtes Brennen und zu Hause angekommen habe ich auf beiden Innenseiten eine kleine Rötung. Möglicherweise hab ich die Stelle an der das aufgetreten ist nicht richtig erwischt oder etwas zu wenig Creme genommen. Das müsste ich also nochmal ausprobieren. Wer von Euch sich selbst ein Bild machen und die Creme einmal testen möchte hat nun die Möglichkeit dies zu tun da ich 5 Stück an meine Leserinnen verlosen darf. Die Bedingungen: Ihr solltet mindestens 18 Jahre alt sein, in Deutschland wohnen und damit einverstanden sein, das ich eure Adresse an die Firma weitergebe die Euch den Gewinn direkt schickt. Was ihr tun müsst? Hinterlasst mir einfach hier oder auf Instagram einen Kommentar das ihr gewinnen wollt und erzählt wenn ihr mögt Euer Wolf-Erlebnis. Das Gewinnspiel endet am 10.06.2015 um 20:00 Uhr! Viel Glück!

Eure NadinE


Mittwoch, 27. Mai 2015

Welt-MS-Tag 2015

Liebe Leser,

die MS hat viele Gesichter - Ich bin eines davon und dies ist meine Geschichte:


Es begann im Oktober 2008. Ich hatte ein Blind Date. Ja, auch schon damals habe ich mich im Dating-Dschungel bewegt - irgendwie erschreckend, müsste ich doch schon verheiratet sein und ein Häuschen im Grünen mit 2 Kindern, einem Hund und drei Wasserschildkröten mein Eigen nennen. Wir gingen etwas trinken. Der Mann schien begeistert von mir zu sein, so begeistert das er während des Dates kein Wort herausbrachte. Oder verwechsle ich begeistert mit eingeschüchtert? Zwischendurch musste ich auf die Toilette, stand auf und torkelte weg. Moment mal, ich hatte doch nur Wasser getrunken - pur! Im Kopf völlig klar und nüchtern versuchte ich meine Beine unter Kontrolle zu bekommen. Sollte das für  mich als Alleinunterhalter sehr anstrengende Gespräch etwa meine Beine zum Einschlafen gebracht haben? Kurze Zeit später beendete ich das Date; krampfhaft bemüht geradeaus zu laufen. Zu Hause bemerkte ich das meine rechte Seite in Brusthöhe taub war. Wie so oft dachte ich das der Schlaf es schon richten würde. Doch am nächsten Morgen war die Stelle immer noch taub, ich war erschöpft und meine Beine wackelig. Es war Sonntag und ich fuhr zur Arbeit um mich mit Inventarisierung zu beschäftigen. Ich kam kaum die Treppe in den zweiten Stock hoch. Nachdem ich mich immer wieder an Schreibtischen aus der Hocke hochziehen oder vor Erschöpfung ständig Pausen einlegen musste begab ich mich schnell zurück nach Hause ins Bett.

In den nächsten Tagen breitete sich sowohl die Taubheit als auch die Müdigkeit aus. Die Hausärztin vermutete einen eingeklemmten Nerv und empfahl warme Bäder. Außer das ich mir das Beim beim Einstieg in die zu heiße Badewanne verbrühte weil ich nichts fühlte passierte nichts. Sie überwies mich an den Orthopäden mit Verdacht auf Bandscheibenvorfall. Als ich morgens aufstand spürte ich mein rechtes Bein bereits nicht mehr. Ich setzte mich trotzdem ins Auto, rollte vom Hof, wollte Bremsen, aber mein Fuß hatte keinerlei Kraft. Aus den Augenwinkeln sah ich einen Schulbus auf mich zukommen. Panisch riss ich an der Handbremse, stemmte meine Hand auf mein rechtes Bein damit es auf der Bremse blieb und verfluchte mich selbst. Bis zum Orthopäden wählte ich eine Strecke ohne Ampeln und Steigungen. Schweissnass vor Angst kam ich dort an. Er faltete mich auf seiner Liege zusammen, warf sich einige Mal auf mich um Verspannungen zu lösen, schickte mich ins MRT zur Lendenwirbelsäulen Diagnostik und zur Krankengymnastik. Ich quälte mich zum Physiotherapeuten, doch als ich dort raus kam ging gar nix mehr. Mein rechtes Bein war definitiv nicht mehr zu gebrauchen, ich war nicht mehr straßenverkehrstauglich. Das MRT war ohne Befund. Nicht weiter verwunderlich, denn ich hatte immer wieder darauf hingewiesen, das die Taubheit von der Brustwirbelsäule ausging. Ein Arzt schickte mich zum anderen. Zwischendurch versuchte ich arbeiten zu gehen, ein netter Kollege spielte Taxi und und ich ließ auch meine Theatergruppe nicht im Stich. Bei der Theaterpremiere musste man mir die Schuhe mit doppelseitigem Klebeband an den Füßen festkleben, aber das Humpeln konnte ich perfekt in meine Figur integrieren und bekam tosenden Applaus. Direkt nach der Vorstellung fuhr mich eine Freundin nach Hause, auf allen vieren kroch ich die Treppe zu meiner Wohnung hoch und fiel in tiefen Schlaf.

Irgendwann landete ich beim Neurologen. Dieser fackelte nicht lange und ließ endlich ein MRT von der BWS anfertigen. Es zeigte das ich drei große Entzündungsherde in der Wirbelsäule hatte die sämtliche Nervenstränge abdrückten. Um herauszufinden was diese Entzündung bedeutet und um sie zu behandeln schickte man mich nach Hannover ins Krankenhaus. Dort lag ich also in einem 4-Bett Zimmer und jeder von uns stand die Lumbalpunktion bevor. Hierbei wird mit einer Kanüle in die Höhle am Ende der Wirbelsäule gestochen und etwas Gehirnflüssigkeit abgezapft. Das Mädel neben mir, eine absolute Ghetto-Drama-Queen, war als erste dran. Die Punktion wurde auf dem Zimmer gemacht und man schickte Sabine (meine Bettnachbarin gegenüber) und mich hinaus damit wir nicht abgeschreckt wurden. Eine halbe Stunde später durften wir wieder hinein. Ghetto-Queen saß bitterlich schluchzend auf dem Bett, meine Angst stieg immer mehr - vor allem als sich herausstellte das die Nadel bei Ihrem Körperfett zu kurz war und die Punktion gar nicht gemacht wurde. Ein kurzes Abtasten meines Rückenspecks und die Ärztin meinte: "Bei Ihnen klappt das schon." Um sich zu trösten schleppte Ghetto-Queen abends den Cafeteria-Boy ab und auf unser Zimmer. Sodom und Gomorrha!

Am nächsten Tag also hieß es für mich: Augen zu und durch. Sabine stand mir bei. Die sehr junge Ärztin kam mit Verstärkung hinein. Misstrauisch erkundigte ich mich ob sie das schon öfter gemacht hätte. Sie bejahte. Ich blieb skeptisch. T-Shirt hoch. Nadel angesetzt. Ein Schmerz durchfuhr mich. Ich sagte mir: "Durchhalten - gleich ist es vorbei." Da tönte die Stimme in meinem Rücken: "Das war wohl daneben. Noch mal!" Die Kanüle wurde erneut in meinen Rücken gejagt. Ich biss mir auf die Lippe, die ersten Tränen kamen. Sabine versuchte mich abzulenken doch ich ranzte sie nur undankbar an. "Oh, schon wieder daneben. Noch mal!" Jetzt war das echt nicht mehr lustig. Der dritte Stich - ich schluchzte. Und schon wieder daneben. Ein viertes Mal wurde zugestochen. Mir reichte es. Ich protestierte laut. "Aufhören! Ich will das nicht mehr." In dem Moment kam eine ältere Ärztin, sah mir über die Schulter, tätschelte mich und sagte: "Sie haben es gleich geschafft, die Flüssigkeit läuft schon." Den Rest des Tages verbrachte ich im Liegen und trank 3 Liter Wasser um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen. 

Am nächsten Tag das Ergebnis: chronische Entzündung. Hä? Was heißt das denn jetzt? Das könne alles sein. Man wäre sich nicht so sicher und würde mir erstmal Cortison Infusionen verabreichen. 3 Tage lang wurde ich mit Cortison vollgepumpt und weiteren Untersuchungen unterzogen. Dann entließ man mich genau an dem Tag an dem mich niemand abholen konnte. Völlig heruntergekommen kämpfte ich mich mit öffentlichen Verkehrmitteln nach Hause. Ich hatte weder eine Diagnose bekommen, noch hatte sich mein Gesundheitszustand verbessert. Im schlimmsten Fall sagte man mir wäre es MS.

"MS?" ruft meine Mutter entsetzt. "Oh mein Gott, du wirst im Rollstuhl enden." Ich wusste nicht wie mir geschieht und war damit beschäftigt alle um mich herum zu beruhigen. Ein Besuch beim Neurologen brachte mich auch nicht weiter. Seine Antwort: "Wir sehen uns dann beim nächsten Schub." Auf eine Diagnose wollte auch er sich nicht festlegen. Inzwischen bekam ich langsam wieder etwas Gespür im rechten Bein, dafür verlor ich es im linken. Ich war verzweifelt. Oft weinte ich Nachts und dachte an all die Tage an denen ich meine Beine nicht benutzt hatte, an all die verpassten Gelegenheiten zu tanzen. Was noch hinzukam waren Migräneartige Kopfschmerzen, vermutlich eine Nachwirkung der Lumbalpunktion. 3 Monate dauerten sie an und verschwanden dann. Bis mein Gefühl in den Beinen und Füßen wieder vollständig da war und auch die enorme Erschöpfung verschwand dauerte es fast ein dreiviertel Jahr. In der Zwischenzeit durchforstete ich das Internet bis in den entlegensten Winkel. Was ist eigentlich diese MS bei der man immer sofort den Rollstuhl vor dem geistigen Auge sieht? Die DMSG (Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft) schreibt dazu folgendes:

Die Multiple Sklerose (MS) ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung des Zentralnervensytems, die ganz unterschiedlich verlaufen kann und meist im frühen Erwachsenenalter beginnt. Sie wird von den Ärzten auch Enzephalomyelitis disseminata (ED) genannt. Übersetzt heißt dies: eine im Gehirn und Rückenmark verstreut auftretende Entzündung. 
Das Gehirn stellt eine Art Schaltzentrale dar, in der Signale über das Rückenmark zum Körper gesendet oder von dort empfangen werden; diese werden von verschiedenen Nervenfasern geleitet, die ähnlich wie elektrische Kabel von einer Schutz- bzw. Isolierschicht umgeben sind. Entsteht ein Entzündungs- herd im Bereich dieser Schutzschicht, können die Botschaften nicht so wirkungsvoll übertragen werden: der MS-Erkrankte kann dann abhängig von der Lage des Herdes zum Beispiel Kribbelmissempfindungen verspüren, vermehrt stolpern oder Schwierigkeiten beim Sehen bekommen.
Das Auftreten von einem oder mehreren (multiplen) Entzündungsherden mit entsprechenden körperlichen Störungen und Ausfällen nennt man Schub. Ein Schub hat nicht mit einem plötzlichen Anfall zu tun - meist entwickelt er sich innerhalb von Stunden oder Tagen und klingt nach einiger Zeit wieder ab. Nach dem Schub kann eine Rückkehr zur normalen Funktion eintreten, entzündetes Nervengewebe vernarbt (sklerosiert) und leitet die Impulse nicht mehr optimal. Deshalb passiert es, dass sich die Symptome nicht immer ganz zurückbilden. 
Aufgrund der verschiedenen möglichen Positionen der Herde im Zentralen Nervensystem, der unterschiedlichen Häufigkeit der Schübe und des Umfangs der Rückbildung kann das Erscheinungsbild der Erkrankung sehr stark variieren. Deshalb spricht man auch von der "Krankheit mit den 1000 Gesichtern".

Hört sich erstmal alles ganz ok und irgendwie auch zu bewältigen an, sagte mein realistisches selbst. Die heutige Technik ist so modern das einfach viel mehr gesehen und diagnostiziert werden kann, eben auch "leichte" Fälle beruhigte ich mich. Ich zertrümmerte den imaginären Rollstuhl und schob alle beängstigenden Gedanken von mir. Froh wieder laufen zu können, reiste ich nach New York um meine allerliebste Sandy zu besuchen und rannte dort Kilometer um Kilometer die Stadt ab.

Durch einen Trick schaffte ich es bei einer MS-Spezialistin aufgenommen zu werden. Sie hatte den Verdacht das ich an Borreliose leiden könnte, denn genau an der Stelle wo die Entzündung auftrat hatte ich einmal eine Zecke. Borreliose ist schwer zu diagnostizieren da die meisten Tests falsch positiv oder falsch negativ sind. Ich machte vier verschiedene Tests und alle waren negativ. Kurze Zeit später wurde mein rechter Arm taub und wenn ich den Kopf senkte bekam ich eine Art elektrischen Schlag in der Wirbelsäule. Wie das MRT zeigte hatte ich einen Entzündungsherd in der Halswirbelsäule, beim Kopf senken wurde dieser stimuliert und das nennt sich Lhermitte Zeichen - ein MS-Indikator. Mit eintreten des zweiten Schubes stand die Diagnose Multiple Sklerose. Ich war nicht geschockt, schließlich hatte ich genug Zeit mich an den Gedanken zu gewöhnen. Um ein genaues Bild über das Ausmaß zu bekommen musste ich mich noch einem Gehirn-MRT unterziehen. Das Ergebnis zog mir erstmal den Boden unter den Füßen weg. Auch im Gehirn hatte ich bereits Entzündungsherde. Die Neurologin empfahl eine Medikamentöse Therapie und wies immer wieder auf die Gefährlichkeit der Herde in der Wirbelsäule hin. Ich hatte Angst - oh ja, natürlich - aber ich durfte und konnte sie niemandem zeigen oder darüber sprechen. Ich wahrte meine zuversichtliche Fassade und selbst heute spiele ich vor den meisten Leuten alles herunter. 

Halbherzig entschloss ich mich ein Medikament zu spritzen. Wohl war mir dabei nicht weil ich soweit möglich Medikamente meide. Die Medikamenten Industrie verdient anscheinend eine goldene Nase an mir, denn ich hatte nun eine persönliche Krankenschwester die ins Haus kam und mir zeigte wie man spritzt, einen Haufen Werbegeschenke mitbrachte und mir jederzeit als Ansprechpartner zur Verfügung stand. Ich begann mit dem Spritzen und fühlte mich schlechter als vorher. Meist war ich nach dem Spritzen aufgrund der Nebenwirkungen an der Einstichstelle erstmal ausgeknockt und meine Angst vorm Spritzen wuchs von Tag zu Tag. Nach kurzer Zeit beschloss ich damit aufzuhören da auch niemand sagen kann wie die MS verläuft und ob man mit Medikamenten länger Schubfrei ist als ohne. Meine Neurologin bot mir an in einer Tabletten-Studie mitzuwirken. Ich las mir die Studie mit all ihren Nebenwirkungen und Risiken durch und lehnte ab. Ob meine Entscheidung richtig war oder nicht werde ich erst in einigen Jahren wissen. Ich überdenke meine Entscheidungen bei jedem Schub neu und höre auf mein Inneres. Seitdem ich weiß wie schädlich Schweinefleisch ist und welch großen Anteil es an chronisch entzündlichen Prozessen im Körper hat esse ich es nicht mehr. Ich nehme pflanzliche Mittel, gehe regelmäßig ins MRT zur Verlaufskontrolle, versuche eine positive Einstellung zu bewahren und öfter auf meinen Körper zu hören. Jede Missempfindung nehme ich 100 mal deutlicher war als ein gesunder Mensch, immer mit der unruhigen Frage ob sich ein Schub anbahnt oder lediglich zu viel Stress dafür sorgt das mein Körper die Störungen nicht mehr unterdrücken kann. Die Krankheit macht mich mir selbst teilweise fremd. Am Schlimmsten sind die Sogenannten kognitiven (unsichtbaren) Störungen wie Erschöpfung, Müdigkeit, Konzentrationsprobleme, verlangsamtes Denken, etc. Wer mir auf der Straße begegnet oder mich kennenlernt würde vermutlich nicht denken das ich krank bin, da nichts von außen darauf schließen lässt und genau das ruft bei anderen oft Unverständnis hervor.

Mein Umgang mit der Krankheit war von Anfang an ein offener denn es würde mich viel zu viel Kraft kosten immer Ausflüchte zu erfinden und das Ganze vertuschen zu wollen. Gerade in letzter Zeit frage ich mich jedoch ob dieser offene Umgang der richtige ist. Denn als kranker/behinderter Mensch ist man in der Gesellschaft oft ein Mensch zweiter Klasse, sei es im Berufsleben oder bei der Partnersuche. Vor einiger Zeit las ich eine hitzige Diskussion im Internet in der es darum ging das man als Kranker gefälligst verpflichtet sei dem potentiellen Date Partner dies mitzuteilen, denn schließlich wolle sich doch keiner so einen Menschen aufbürden. Von Betrug und schlimmerem wurde da gesprochen. Doch Individuen die "einen an der Waffel" haben - und davon habe ich viele gedatet - dürfen ihr Unwesen treiben. Mein letztes Date vor drei Monaten hat mich sehr ins Grübeln gebracht, nicht weil er mit meiner Erkrankung ein Problem hatte sondern weil ich mich zum ersten Mal gefragt habe ob ich jemandem für den ich so starke Gefühle empfinde wirklich einen Mensch wie mich zumuten möchte oder ob ich mir für ihn nicht einen gesunden Menschen wünsche. Das Gefühl der Unzulänglichkeit hat mich ergriffen. Ich hatte das nie da ich immer der Meinung war das mein wunderbarer Charakter und all das was ich zu geben habe reichen müsste, doch nun wirbeln andere Gedanken durch mein Gehirn - auch wenn der Mann längst über alle sieben Weserberge verschwunden ist.

Man sagt: Die MS schläft nicht und letztes Jahr habe ich das zu spüren bekommen. 2013 war sowohl beruflich als auch privat ein von negativem Stress geprägtes Jahr, umso erstaunter war ich als es im MRT hieß: Keine neuen Herde. 2014 war ein gutes Jahr, bis auf eine unglaublich schlimme Erschöpfungsphase der ich jedoch nicht viel Bedeutung beimaß. Ich ging also ganz entspannt in die MRTs und da hatte das kleine Scheißerchen doch glatt in meinem Gehirn mit 5 neuen Herden wieder zugeschlagen. Keiner weiß wie sich die Krankheit entwickeln wird. Ich selbst sage mir immer wieder das ich ein Glücksschweinchen bin und der Verlauf ein milder sein wird. Trotzdem habe ich manchmal Angst und sehne mich nach Halt. Es ist nicht einfach immer wieder aufzustehen, stark zu sein und allein zu kämpfen - vor allem gegen Behörden, gewisse Mitmenschen und Co. Gerade die mich belastende Fatigue ist nichts messbares, nichts sichtbares und genau das macht es so anstrengend. Stellt euch vor ihr hättet eine Woche lang nicht geschlafen und statt dessen jede Nacht im Hafen Fische geschleppt und tagsüber gefeiert. So fühle ich mich meistens. Mit Anfang 20 bin ich fast geplatzt vor Energie. Erst letztens schrieb mir jemand von früher ob ich immer noch so viele Hummeln im Hintern hätte und ständig unterwegs wäre. Ja, die Hummeln sind noch da und es gibt auch Tage an denen sie sehr aktiv sind. 

Ich konnte noch nie gut Hilfe annehmen. Soweit möglich mache ich alles selbst, ich schleppe meine bei IKEA gekauften Möbel nach Hause und baue sie auf, ich war immer ein Mädchen mit körperlichem Biss. Nun habe ich schon Probleme eine Kiste Wasser zu schleppen (ein Hoch auf das Leitungswasser!). Das zu akzeptieren fällt mir schwer und oft quäle ich meinen Körper einfach zu leisten was ich von ihm erwarte. Mein Leben hat sich verändert, es gibt gute und schlechte Tage aber ich mache aus allen das Beste. Mein Humor hilft mir dabei, denn ich lache gerne und viel. Ich frage mich nie warum gerade ich diese Krankheit bekommen habe, das ist müßig und würde zu nichts führen. Ich warte auch nicht auf das Wundermedikament das mich heilt. Statt dessen tanze und feiere ich das Leben sooft ich die Möglichkeit dazu habe.

Eure NadinE


Dienstag, 12. Mai 2015

Tage Am Meer

Geneigte Leserschaft,

Sonntag vor zwei Wochen:
Das Wusel kommt ins Schlafzimmer: "Sag mal Pax, ist meine Wange angeschwollen?" "Hm, ich glaub das ist nur Dein Gesichtsspeck!" Das Wusel dreht ihr Gesicht zweifelnd vor dem Spiegel hin und her "Ne Pax. Hier! Schau mal hier! Da ist eine Schwellung" "Das kann schon sein." "Pax, ich will doch morgen in den Urlaub. Was mache ich denn bloß? Das kann gefährlich sein. Vielleicht hat sich meine Zahnwurzel entzündet. Ich war doch Mittwoch extra beim Zahnarzt wegen der Schmerzen. Ich bin auch so müde und schlapp. Da stimmt was nicht!" Unruhig tigert das Wusel auf und ab. "Warum rufst Du nicht den Notdienst an?" Das Wusel schaut mich empört an. "Heute ist Sonntag Pax. Das macht man nicht." Das Wusel grübelt den halben Tag hin und her und ruft letztendlich doch widerstrebend beim Notdienst an. Der Zahnarzt empfiehlt ihr lediglich zu kühlen. Mit dem Kühlpack an der Wange wirft das Wusel spätabends wahllos einige wenige Sachen in ihren Koffer. "Sag mal, Wusel... damit willst Du verreisen? Das hat doch weder Hand noch Fuß." "Ich glaube ich fahre morgen nicht. Das schaffe ich nie! Ich habe auch gar keine Lust mehr." nuschelt das Wusel und kriecht ins Bett.

Am nächsten Morgen:
Das Wusel hat sich den Wecker früh gestellt um die Wohnung zu putzen, verschläft aber. Statt zu duschen, bindet sie ihr Haar zu einem Knödel, zieht ein wahlloses Outfit an und schlappt um viertel vor acht aus der Tür. Nicht mal ihren Koffer nimmt sie mit. Ich bin irritiert.
Zwei einhalb Stunden später rast ein völlig aufgelöstes Wusel zur Tür herein, reisst unsanft meine Türen auf und pfeffert schnell noch Sachen in den Koffer. Kurz darauf kommt Wusels Papa, schultert sich den Koffer und verschwindet wieder. Währenddessen tobt das Wusel hektisch durchs Bad und schmeisst Deo, Zahnpasta, etc. in Ihre Handtasche. "Pax, du wirst nicht fassen was mir passiert ist. Also um 08:00 Uhr war ich in der Werkstatt um mein Auto abzugeben, obwohl ich erst um 08:30 Uhr den Termin hatte (Anmerkung: Vor einer Woche ist eine Frau dem Wusel ins Auto gefahren und der Schaden sollte während Wusels Urlaub behoben werden). Um 08:10 schrieb meine Mama mir das ich um 08:30 Uhr beim Zahnarzt einen Termin habe. Um 08:20 Uhr kam ich aus der Werkstatt, Papa wartete schon mit laufendem Motor und hat mich zum Zahnarzt gebracht. Dort war ich um 08:35 Uhr. Arzt, Sprechstundenhilfe und vermutlich das ganze Dorf waren schon bestens informiert und meinten ich würde locker den Zug um 10:50 Uhr bekommen. Ich musste trotzdem warten und das Wartezimmer war voll. Um 09:30 Uhr kam ich dann endlich dran. Röntgenbild - kein Karies, keine Wurzelentzündung, alles sah gut aus. Er hat betäubt und noch einmal das Zahnfleisch gesäubert- Schmerz! Um 10:00 Uhr bin ich vom Behandlungsstuhl gesprungen. Papa wollte noch kurz zu Hause anhalten um Mama anzuziehen (Anmerkung: Wusels Mama hat sich vor ein paar Wochen einige Stunden vor Ihrer langersehnten Urlaubsreise beide Handgelenke gebrochen und ist somit übergangsweise zum Pflegefall geworden). Bei meinen Eltern habe ich dann schnell die Bahn-App gecheckt und was sehe ich? Meine Haltestelle fällt aus und das ist der einzige Zug der heute fährt und das Auto kann ich nicht nehmen weil es ja in der Werkstatt ist und nun müssen wir zur nächsten Haltestelle, haben aber nur 9 Minuten Zeit und... " dem Wusel geht die Luft aus. "Ich muss los..." weg ist sie und lässt mich im Chaos alleine. Da ich sie an diesem Tag nicht wiedersehe gehe ich davon aus das sie den Zug erwischt hat.

Eine Woche später:
Die Tür geht auf und ein müdes Wusel erscheint. Ihr Gesicht hat eine gesunde frische Farbe angenommen, die mich darauf schließen lässt das sie viel am Strand war. "Da bin ich wieder Pax!" "Und wie war es?" frage ich. Das Wusel gähnt herzhaft, lässt Ihre Taschen zu Boden fallen und setzt sich aufs Bett. "Gut war es. Bis Donnerstag war ich ja alleine. Da bin ich viel am Strand entlang gelaufen, habe nachgedacht-" "Oh nein," stöhne ich auf. "Kannst Du nicht mal mit dieser Grübelei aufhören? Das führt doch zu nichts." "Ach Pax, lass mich doch in Ruhe. Du verstehst das eh nicht." zickt das Wusel mich an. "Ich versteh mehr als Du denkst Wusel... " "Wenn Du meinst... als die anderen kamen wurde es dann etwas stressig (Anmerkung: Das Wusel war wegen der niedersächsischen Theatertage auf Baltrum und hat dort mit Ihrer Theatergruppe gespielt). Donnerstag Abend Eröfffnung der Theatertage. Die Inselbühne spielte den Schimmelreiter, das war ganz gut und nicht so ein schwerer Stoff wie ich befürchtet hatte. Danach haben wir in einer Kneipe in den Mai getanzt. Am Freitag bin ich früh auf und an den Strand, auf dem Rückweg Brötchen geholt und wir haben zusammen gefrühstückt. Um 10:00 Uhr bin ich schon wieder ins Theater gegangen. Diesmal wurde Gretchen 89ff. gespielt. Es handelt von den verschiedenen Arten und Charakteren an Regisseuren und Schauspielern die im Theater aufeinander prallen. Und es wurde immer wieder die Kästchen Szene aus Faust in verschiedenen Variationen gespielt. Das hat mir sehr gut gefallen. Danach haben wir eine Leseprobe für unser Stück gemacht und dann sind wir um 15:00 Uhr schon wieder ins Theater gegangen. Allerdings hat mir das Stück überhaupt nicht gefallen, das war eher Kalauerniveau und ich bin in der Pause gegangen. Das macht man zwar nicht weil es respektlos ist, aber da ich eh nicht mehr sitzen konnte bin ich lieber eine Runde am Strand spazieren gewesen. Da wir alle in einem Haus untergebracht waren habe ich später meine Patenkinder besucht und dort prompt das Bett mit einem lauten krachen zum Einsturz gebracht... wahrscheinlich hatte ich zuviele Nordseekrabbenbrötchen gegessen. Aaaaber wir haben das Bett wieder repariert. Danach bin ich dann zurück in unsere Wohnung und wir haben gekocht. Jeder sollte ein Nudelgericht kredenzen und dann ist man von Wohnung zu Wohnung gewandert und hat überall probiert. Bei uns sollte es grüne Bandnudeln mit Käsesoße geben. Allerdings ist die mir zu dünn geworden und daraum war es am Ende Käsesuppe. Ich hab mich so geschämt. Ich kann kochen und war mega unzufrieden mit dem Ergebnis. Aber alle haben die Suppe in den Himmel gelobt und sie war schneller aufgegessen als ich gucken konnte. Danach sind wir wieder ins Theater gegangen. Ich weiss echt nicht mehr wie das Stück hiess. Es ging ums Kino. Eine Frau und ein Mann haben in einer Art Kurzversion den Film "Wo ist Professor Lloyd?" erklärt und Szenen nachgespielt, begleitet von einer Pianistin. Was sich möglicherweise langweilig anhört hat mich von der ersten Minute an gefesselt. Die beiden Schauspieler hatten eine unglaubliche Präsenz, gute klangvolle Stimmen, die Bühne hat vor Energie vibriert, Tempo, Anschluss, Witz- unglaublich. Das Beste was ich je im Amatheurtheater gesehen habe! Standing Ovations! Am nächsten Morgen war ich wie immer am Strand, dann frühstücken und anschließend bin ich mit meinen Patenkindern, den Hunden Zimt & Zucker und der Tochter einer Mitspielerin spazieren gegangen. Strahlender Sonnenschein, kein Wölkchen am Himmel. Wir liefen und liefen bis zum Hundestrand. Wir hatten eh schon viel Spaß miteinander bis Zucker Zimt auf den Kopf pinkelte. Da beide Hunde eher wasserscheu sind wollten wir zu zweit Zimt überlisten um ihm ein wenig den Kopf zu waschen. Also ging ich mit ihm vorsichtig ein kleines Stück zum Wasser, während eines der Mädchen ihm Wasser auf den Kopf träufeln sollte. Aber auf einmal sah ich sie wegsprinten und im nächsten Moment spülte eine Welle über meine Knie hinweg und meine Schuhe füllten sich mit Wasser. Nachdem ich mich vom Lachen beruhigt hatte beschlossen wir den Rückweg anzutreten auf dem sich Zucker und Zimt synchron auf den Kopf pinkelten. Alle Mühe war umsonst! Hunde! Zu Hause duschte ich schnell und dann hieß es auch schon Bühne aufbauen. Mein Auftritt lief gut und ich schaffte es auch sturzfrei die Treppe hinunter ins Publikum zu gelangen. Doch dann passierte es. Unsere Hauptdarstellerin drückte an der Tür statt zu ziehen und da das Bühnenbild nicht am Boden verschraubt war ging ein erschrecktes Luftanhalten durch die Menge. In Zeitlupe kippte das Bühnenteil nach vorne, der Staatsanwalt hielt es in letzter Sekunde fest und irgendwie schafften sie es den Sturz zu verhindern. In der zweiten Halbzeit wartete ich hinter der Bühne auf meinen Auftritt. Ich saß in einem bequemen Ohrensessel und so kam es das ich einschlief. Peinlich. Als ich dann endlich dran war hatte ich auch noch einen schlimmen Lachflash, ausgelöst durch eine Frau in der ersten Reihe die so ansteckend lachte bebte ich minutenlang still vor mich hin und versuchte mein Lachen als Weinen zu verkaufen. 
Nach der Show hieß es abbauen, zu Hause umziehen, etwas Essen gehen und dann Improtheater ansehen. Anschließend gab es die große Abschiedsparty. Da ich ja nie was trinke war ich schnell ziemlich angetrunken, habe bis vier Uhr morgens getanzt und war Sonntag morgen um acht nicht wirklich fit für die Abreise. Jetzt muss ich erstmal schlafen! Gute Nacht, Pax!"

Euer Pax

Immer erste Amtshandlung des Wusels: Nordseekrabbenbrötchen mit Aussicht!

In Wirklichkeit noch vieeeeel schöner!

Möwen, Muscheln und Sand...

Das Wusel! Immer am Strand zu finden!


Und nun Videopremiere: das Wusel im bewegten Selfievideo... (Anmerkung: etwas verkrampft!)



Sonntag, 26. April 2015

German Curves - Sightseeing: Outfit Und Blick In Deine Stadt

Liebe Leser,

die German Curves starten heute mit dem Thema "Sightseeing: Outfit und Blick in Deine Stadt" in die dritte Runde. Ich wohne auf einem Dorf und obwohl wir hier auch tolle Sachen haben wie z.B.: das europaweit größte Gelbbauchunkenreservat und die weltweit bekannten Dinosaurierspuren habe ich mich ganz romantisch dafür entschieden in eine der drei Städte zwischen denen ich wohne (ich lebe sozusagen in einem Bermuda-Dreieck) zu fahren um Fotos am Bückeburger Schloß zu schiessen. Ich tat dies Dienstag Abend, sozusagen auf den letzten Drücker, denn ich hatte die ganze Zeit den 22.04. als Veröffentlichungstag im Kopf. Der Plan war theoretisch mal wieder ein Guter, aber wie so häufig hatte die Realität anderes mit mir vor. Es begann eigentlich gut. Ich machte zeitig Feierabend um um halben sieben an der "Location" zu sein. Ich hatte einen "Top" Fotografen mit Ausrüstung gebucht. Nun gut, nicht wirklich. Aber der Fotograf ist ein Freund der das ganze Hobbymäßig eine zeitlang recht ausgebaut hatte, obwohl seine Modelle sonst eher nackt sind. Meist drücke ich ja irgendeinem Laien die Kamera in die Hand und so war ich schon im Vorfeld sehr verkrampft ob ich mich einem Semiprofessionellen Fotograf überhaupt stellen sollte. Der erste Dämpfer folgte direkt vorm Schloß. Wir konnten keine Fotos machen da schon ein Kamerateam vom ARD da und angeblich wichtiger war als ich! Pöh! Unverschämtheit! 
Vielleicht kennen einige von Euch das Bückeburger Schloß sogar aus dem Fernsehen da es häufig für TV-Produktionen als Drehort benutzt wird. Es ist auch wirklich schön. Man kann herrlich im Schloßpark spazieren gehen, am Gelände rund um das Mausoleum findet immer das Mittelalterliche Spectaculum statt und es gibt eine Fürstliche Hofreitschule. Ab und an bekommt man auch mal den "Erbprinz" zu Gesicht. Wer hier jedoch auf einen gutaussehenden jungen Prinzen spekuliert wird enttäuscht. Bei seiner Verwandlung vom Frosch zum Prinz scheint etwas aus dem Ruder gelaufen zu sein oder hat er sich möglicherweise noch gar nicht verwandelt? Aber er hat ab und an andere Prinzen - gutaussehende Prinzen - zu Besuch denen man begegnen könnte. Deshalb lohnt es sich auch sich fürs Spazieren gehen dort hübsch zu machen und ein paar Pumps im Gepäck zu haben. Ihr kennt ja alle die Story von dem verarmten Mädchen und dem verlorenen Schuh. Wir beschlossen also erst einmal Fotos von der Rückseite des Schloßes zu machen. Es gibt einen langen Spazierweg und nur auf einem kleinen Stück stand die Abendsonne und während der ganze Weg leer war mussten sich genau auf diesem Stück das wir brauchten zwei Radfahrer niederlassen. Ein Vater und sein Sohn. Während der Vater rauchte verfüttert der Sohn mindestens 5 Kilo Brot an die Enten. Wir machten aus Verzweiflung ein paar Probeschüsse im Schatten. Ich freute mich als ich aus den Augenwinkeln sah das das Brot alle war, doch nun machten es sich die Beiden erst recht gemütlich, tranken etwas und schauten interessiert unserem Shoot zu. Ich war verkrampft und sehr unentspannt. Mein Gesicht und meinen Körper gleichzeitig unter Kontrolle zu bekommen ist fast unmöglich. "Leicht in die Knie gehen - die Hüfte schräg zwei Zentimeter nach vorn und den linken Fuß etwas ausstrecken..." Die Befehle rasselten auf mich zu doch meine Nervenbahnen schafften es nicht sie umzusetzen. Dann endlich verschwanden Vater und Sohn. Voller Vorfreude lief ich auf das Plätzchen zu, der Fotograf brachte die Kamera in Anschlag doch nichts passierte - Akku leer. Ich holte meine einfache Kamera aus der Tasche. Keine Speicherkarte. Gut, das die aus der Profikamera passte. Zwei Fotos später - Akku leer. Und das beste Licht auch schon fast weg. Ich musste irre Lachen. Wir fanden noch Batterien für meine Kamera und gingen zurück doch das Licht war inzwischen schon zu schlecht geworden und auch vorm Schloß konnten wir immer noch keine Fotos machen. Also haben wir ein wenig rumprobiert. Ich brauche eine große Anlaufzeit wenn mich jemand fotografiert und muss mich erstmal auf den anderen Menschen einlassen können. Das ist mir gestern nicht gut gelungen, obwohl es irgendwann anfing Spaß zu machen. Mal sehen ob der "Top"-Fotograf noch einmal mit mir zusammen arbeiten möchte. Ich hoffe ich kann Euch trotzdem einen kleinen Eindruck vom schönen Schloß bieten. Und demnächst zeige ich Euch bestimmt noch mehr Einblicke in die Städte zwischen denen ich lebe.

Eure NadinE


Shirt: BonPrix, Skirt: Asos, Shoes: Tamaris, Bag: via Fleamarket, Necklace: 3Suisses













Montag, 13. April 2015

Dornröschen

Liebe Leser,

auch am Sonntag trieb es mich wieder um halb acht aus dem Bett. Es war jedoch nicht mein eigener innerer Trieb, sondern der des Weckers. Ich war so müde und wäre gerne noch liegen geblieben doch mein zweitliebster Flohmarkt rief und Claudi wartete auf mich. Sonst wäre ich wohl eher dem Ruf meines Bettes gefolgt.
Es war kalt, windig und ungemütlich. Viele Stände waren noch nicht aufgebaut und nach 3 erwartungsvollen Runden sah es wie ein Budgetschonender Vormittag aus. Doch dann entdeckte ich zwei Holzgartenstühle und einen Spiegel und damit sind für den Rest des Monats keine Flohmarktbesuche mehr drin. 
Gegen elf war ich zu Hause, ging schnell duschen und aß eine Kleinigkeit. Mein Zeitplan war theoretisch gut, genauso wie mein im Kopf zurechtgelegtes Outfit. Doch zwischen Theorie und Praxis herrscht zuweilen eine Kluft. Eh ich es mich versah hatte ich nur noch eine halbe Stunde Zeit. Wie bestimmt jeder weiss und sieht bin ich ein Schminklegastheniker und etwas Puder, Augenbrauenbetonung und Wimperntusche geht fix. Da es mit meinem Patenkind ins Ballett ging hatte ich mir überlegt den H&M Tüllrock anzuziehen der schon an allen Plus Size Bloggern zu sehen war. Ja, ich gestehe ich bin mal mit der Herde virtuell mitgelaufen und habe den Rock gekauft obwohl er weder farblich noch längentechnisch zu mir passt. Dazu wollte ich Shirt, Blazer und Schuhe in Rot tragen. Das Outfit sah gut aus bis ich die Schuhe anzog die mir auf einmal nicht mehr passten - Was war denn das? Auch das nächste Paar roter Schuhe passte nicht und die Pumps konnte ich nicht anziehen da eine Menge Treppen und Kopfsteinpflaster zurückzulegen war. Ich bin ja so eine Stolperliese und weitere kaputte Körperteile möchte ich vermeiden. Es blieben mir noch zwei Minuten Zeit. Ich riss Pax auf und ein Teil nach dem anderen wanderte von Pax an meinen Körper und von dort aufs Bett. Schließlich stand ich verzweifelt vor einem überquellenden Bett mit nichts als einer Strumpfhose an. Ich war kurz versucht die pinkfarbene Jogginghose anzuziehen, doch dann griff ich erneut zu dem Tüllrock und zog dazu schwarze bequeme Booties, ein graues Shirt und einen schwarzen Blazer an.
Das Opernhaus in Hannover ist schon wirklich schön und für mich war es das erste Mal im Ballett. Ich bin zwar in einer Musikklasse gewesen aber wir haben uns nur Opern und Musicals angeschaut. Da wir früh da waren genossen wir etwas die Aussicht von der Dachterrasse. Hier herrschte ein ordentlicher Wind der mit meinem Rock spielte und so auf meine Kosten für eine ordentliche Reinigung des Daches sorgte. Wir schauten Dornröschen in einer modernen Inszenierung. Schon in der ersten Hälfte erwischte ich mich bei einem kleinen Nickerchen. Die Leistung der Tänzer war wirklich toll, das Bühnenbild karg aber interessant und auch mit AHA-Effekten, allerdings fesselte es mich nicht sondern fing irgendwann an mich zu langweilen. Auch die Interpretation des Märchens liess einige Fragen offen. Warum ist der Frosch Dornröschens Vater? Und wer zum Henker ist der Fischmann? Und warum gab es nur 5 statt 12 gute Feen? Und und und... 

Eure NadinE

Skirt & Shirt: H&M, Blazer: Ernstings Family, Boots: via Fleamarket

Sonntag, 12. April 2015

#Flohmarkt #Ausbeute #April #2015

Liebe Leser,

Rückblick auf Gestern:

Samstag Morgen halb sieben, irgendwo in Deutschland und ich bin hellwach und aufgeregt. Denn mein Lieblingsflohmarkt startet in die Sommersaison. Aufstehen, Duschen und los um mich mit meiner Freundin Claudi zu treffen. Wir sind an diesem Morgen zu faul außerhalb der Stadt zu parken und gönnen dem Auto einen Aufenthalt im maroden Parkhaus gegenüber vom Flohmarkt. Gleich als ich aus dem Parkhaus komme erspähen meine Augen direkt Beute und halten darauf zu. Der Jagdinstinkt ist ausgebrochen. Ich fixiere das Ziel und setze mich in Trab, mein Trolley rumpelt über die Pflastersteine, ich erreiche den Stand und greife mir aus dem Laufschritt heraus ein wunderschönes Paar Schuhe in einem Beerenton. Sie sehen aus wie neu, ich schlüpfe hinein und - sie passen. Ich atme vorsichtig meine Begeisterung weg und frage - innerlich die Luft anhaltend - in einem leichten und völlig uninteressierten Tonfall nach dem Preis. 3 €. Die Schuhe verschwinden in meinem Trolley, der übrigens die gleiche Farbe hat - vielleicht ein Zeichen? Bestimmt! 
Weiter geht es auf unserem Beutezug. Eigentlich sind wir sehr organisiert wenn es darum geht unsere Flohmarktrunden zu drehen und wirklich alles zu sehen. Doch heute bringt uns durcheinander das wir von einer anderen Seite als sonst kommen und es leider nur halb soviele Stände gibt. Am nächsten Stand entdecke ich einen tollen Trachentenhut in einem wunderschönen grün. Grün ist eine meiner Lieblingsfarben. Während ich den Hut in der Hand halte und drehe und wende stellt sich ein älterer Herr zu uns und nickt bewundernd ob meiner Auswahl. Er fängt an zu erzählen denn er ist Hutsammler, genauer gesagt interessieren ihn Zylinder. Aber auch mit Trachtenhüten kennt er sich etwas aus. Er schaut sich den Zustand und die Verarbeitung an und bekräftigt das ich mir ein schönes und wertvolles Stück ausgesucht habe. Er und Claudi bitten mich den Hut mal aufzusetzen. Ich bin heute etwas schüchtern und setze ihn zögerlich auf. Claudi entfährt ein Wow. Der ältere Herr macht mir ebenfalls ein Kompliment und fragt direkt mal nach dem Preis. 4 €. Ich schlage zu. Als ich gerade am Bezahlen bin kommt eine Frau auf mich zu -groß, hager, mit einem stechenden Blick und einer unterschwelligen Aggression. "Setzen Sie mal den Hut auf! Ich hab das ja gar nicht gesehen. Nun setzen Sie den mal auf." Aus Angst das sie mich gleich haut setze ich zögerlich den Hut auf. "Der steht Ihnen aber gut. Den sollten Sie auflassen." Ich lächle gezwungen, nehme den Hut ab und die Beine in die Hand und wir schlendern weiter. 
Wir treffen zufällig auf Sylva - eine gemeinsame Freundin und bleiben zusammen an einem Kleiderständer hängen. Ein blau-grünes Pullikleid im Leolook weckt meine Aufmerksamkeit. Die Verkäuferin hat eine große Klappe und es entsteht ein wirklich lustiger Schlagabtausch an dessen vorläufigem Ende das Kleid für 6,50€ in meinen Trolley wandert. Doch als Claudi sich ein Kleid anschaut kommt die Frau hinterm Stand hervor und fragt vorsichtig wie sie denn bei uns so angekommen wäre und ob wir uns beleidigt fühlen würden. Sie lehnt sich vertraulich zu uns vor und meint das wir doch mal einen schönen Mädelsabend machen könnten. Meine linke Augenbraue wandert fragend nach oben. Mit Fußpeeling, Massage, etc. und sie hätte zur Zeit einen Supersonderpreis für drei Düfte. Postwendend holt sie aus Ihrer Bauchtasche einen Flakon und besprüht sich großzügig. Sylvia verzieht angeekelt das Gesicht und taumelt zurück. "Puh! Das duftet aber - intensiv." Mit diesen Worten nimmt sie reißaus. Ich schaue Claudi an und signalisiere ihr telepathisch: "In meiner Wohnung machen wir mit dieser Frau keinen Frauenabend! Die werde ich doch dann nie wieder los! Hilf mir!" "In meiner Wohnung will ich sie auch nicht haben." telpathiert sie zurück. Ich lächel gequält und trippel in winzigen Schritten unauffällig von der Frau weg. Von weiterm rufen wir noch "Tschüss" und den Rest des Vormittags meiden wir den Stand weiträumig. 
Kurz bevor wir alle Stände gesehen haben und ich verwundert bemerkte das ich gar keine Tasche gekauft habe sehe ich eine rote Tasche in einer wirklich außergewöhnlichen Form. Ich weiss nicht ob ich es wirklich glauben soll aber viele Taschenverkäufer sehen in mir die Liebe zu alten Taschen und oft muss ich gar nicht groß handeln, da sie mir direkt einen günstigen Preis machen. Für 3€ wandert die Tache mit.

Es war wieder mal ein wunderschöner Tag auf dem Flohmarkt, mit netten Begegnungen, lustigen Gesprächen, bekannten Gesichtern und guter Ablenkung von meinen derzeitigen Grübeleien.

Eure NadinE


Dress: via Fleamarket, Boots: Sheego, Belt: BonPrix



Montag, 6. April 2015

Frohe Ostern!

Geneigte Leserschaft,
 
Das Wusel ist seit zwei Wochen schweigsam und in sich gekehrt. Ich habe den Eindruck das sie vom Datingspielfeld ramponierte zurückgekehrt ist als aus ihrer letzten Beziehung. Während sie sich sonst immer eine Verschnaufpause am Spielfeldrand gönnte, unter Lachen und mit zynischem Humor ihre Erlebnisse auf arbeitete und nie die Hoffnung aufgab ist sie nun direkt in ihre Kabine gegangen und hat die Tür zweimal hinter sich abgeschlossen. Sie liegt noch nicht mal heulend und Schokolade essend auf dem Bett. Nein, sie putzt. Und das ist das bedenklichste, denn das Wusel hasst putzen. Als guter Kleiderschrank lege ich ihr gewohnt Outfits hin, getreu dem Motto: „No matter how sad you feel... get up, dress up and never give up“. In den sieben Jahren die ich nun schon mit dem Wusel zusammen lebe habe ich sie noch nie so erlebt und mir schwant das es nichts Gutes ist was in dem Wusel vor sich geht. Deshalb bin ich froh das heute ihre Patenkinder gekommen sind und mal Leben in die Bude gebracht haben. Die drei waren am Steinhuder Meer spazieren und haben eine spontane Fotosession eingelegt. Nun, das Outfit des Wusels ist eher praktisch als schön, aber heute stand der Spaß im Vordergrund und ich bin froh das das Wusel mit den Kindern so herrlich Unsinn machen und lachen kann. (Die Kinder halten das Wusel übrigens für 17) Nach dem Spaziergang haben sie gemeinsam Pizza gebacken und die Wohnung roch köstlich. Hinterher eine DVD und ein perfekter Ostertag geht zu Ende. 

In diesem Sinne wünsche ich Euch allen Frohe Ostern!

Euer Pax


















Sonntag, 22. Februar 2015

German Curves - Bye Bye Tristesse

Geneigte Leserschaft,

"Pax" sagt das Wusel während es ohne Vorwarnung meine Türen aufreißt "Du musst mir unbedingt helfen! Morgen ist die zweite Runde German Curves und ich brauche noch ein Outfit!" "Ach, ne! Auf einmal bin ich wieder gut genug, was?" Ich klappe energisch meine Türen zu. "Was ist denn mit Dir los?" fragt das Wusel verwundert. "Ha! Du merkst es nicht mal! Das wird ja immer schöner!" entrüste ich mich. "Ich bin mir keiner Schuld bewusst. Also lass hören warum Du wieder die kleine Mimose spielst... Ich bin schon sehr gespannt!" Das Wusel setzt sich süffisant lächelnd aufs Bett. Ich koche innerlich. "Du bist dir keiner Schuld bewusst? Was war denn im Januar, hä?" Ein verständnisloser Blick und Schweigen. "Nichts besonderes..." sagt das Wusel zögerlich. "Du nennst diesen Datemarathon nichts besonderes??? Du hattest ein Date nach dem anderen." "Ach ja," das Gesicht das Wusels hellt sich auf "ach, Pax, Du hast mich vermisst stimmt's? Das tut mir leid. Ich werde nun wieder mehr bei Dir sein!" "Vermisst? Du denkst ich hätte Dich vermisst? Ich war froh endlich mal meine Ruhe vor deinem Schnarchen zu haben, das kannst Du mir glauben." Nun ist das Wusel beleidigt "Pfft! Und was ist dann Dein Problem?" "Du kommst einfach nicht drauf. Du bist so eine Ignorantin. Wirklich! Hast Du mich bei Deinen Date-Outfits auch nur einmal um Rat gefragt? Nein, denn ich bin auf einmal nur noch zweite Wahl. Du läufst hier an diesen Dateabenden wie ein aufgescheuchtes Huhn rum und schickst Dir im Sekundentakt Sprachnachrichten mit Sandy.... Sandy, was soll ich anziehen? Sandy, meinste Du eher das rote oder das schwarze Kleid? Sandy, ich habe Bauchschmerzen, ich bin aufgeregt, ich habe keine Lust, ich will lieber schlafen gehen. Drama Drama Drama!" "Entschuldige Pax, aber nachdem mir letztens eins meiner Dates sagte das er das weiße Spitzenkleid das DU mir rausgelegt hattest schrecklich fand weil es ihn zu sehr an Hochzeit erinnert hat ..." "WAAAAS? So ein Banause! Der hat doch keine Ahnung! Der soll mir mal hierher kommen!" "Das war er schon...." "Ach... etwa dieser sympathische junge Typ letztes Jahr?" "Ja..." "Und wo isser hin? Ihr schient Euch doch zu mögen!" "Keine Ahnung" murmelt das Wusel unwirsch "wahrscheinlich war das nur ein verrückter Fan der mal sehen wollte ob es DICH gibt und dann ist er in der Versenkung verschwunden." Meine Wut verraucht, ich werde immer weich wenn das Wusel geknickt aussieht. "Was ist denn das Thema?" lenke ich ein. "Bye bye Tristesse - willkommen Frühling!" "Willkommen Frühling?" Ich kicher vor mich hin. "Ich höre Dich jeden morgen Deinen Eisblock, sprich Auto freikratzen... es sind noch gar nicht die richtigen Temperaturen für ein Frühlingsoutfit." "Aber tagsüber ist es teilweise schon sonnig und ähm - erträglich! Außer heute!" Ich überlege kurz und reiche dem Wusel einen geblümten Jumpsuit in Pastellfarben und dazu einen mintfarbenen Mantel. "Pastellfarben?" zweifelnd schaut das Wusel auf das gute Stück. "Das wird Dir wunderbar stehen, ich bin mir sicher! Und es ist farblich ein absolutes Frühlingsoutfit."

Euer Pax


Jumpsuit: F&F Clothing, Coat: Primark via Fleamarket, Shoes: Deichmann

Belt: Fleamarket, Clutch: Bijou Brigitte




Mittwoch, 28. Januar 2015

That's What Friends Are For

Liebe Leser,

nach einer Woche voller Drama im Hause Wusel kann ich wieder halbwegs aufatmen. Was ist passiert? Überraschend sollte ich operiert werden. Ein kleiner Eingriff, aber nicht ohne Risiken und mit möglicherweise sehr langer Heilungsdauer. Wer mich kennt weiß das ich ein absoluter Angsthase bin wenn es um sowas geht. Und so war ich auch sehr froh als der Chirurg, kurz bevor ich nach zwei Stunden Wartezeit vor Panik fast hyperventilierte, sagte das der akkute Handlungsbedarf nicht mehr bestünde und wir erstmal beobachten wie es sich entwickelt. 
Mir fiel ein Stein vom Herzen und wo kann man das besser feiern als bei einem Frühstück mit guten Freunden. Ja, ich bin in dem Alter in dem man auf einmal mit Brötchen statt Cocktails feiert *hüstel*. Ich hatte so einen Spaß. Ich liebe meine Freunde und wenn man sich bereits seit Jahren kennt braucht man nicht mal viel sagen oder sich erklären. Wir haben eine ganz spezielle Art von Humor und Umgang miteinander den wahrscheinlich nur wir verstehen. Ich habe mehrere Freundeskreise und Freundschaften und die Konstellationen sind immer ein wenig anders, ebenso der Humor und die Gesprächsebene. Aber eines haben sie alle gemeinsam: Sie machen mich mit ihrem Dasein und ihrer Zuneigung zu mir glücklich und vor allem kann ich mit allen herzhaft lachen, aber auch weinen. Ich liebe das Gefühl nach Hause zu kommen und einen leeren Kopf, Bauchschmerzen und unbändige Freude vom Lachen in mir zu spüren. Ich bin so dankbar für jeden einzelnen Menschen der mich auf meinem Lebensweg begleitet.
Was ich im letzten Jahr auch für mich entdeckt habe sind Audionachrichten. Die schicke ich mir nicht mit jedem sondern nur mit 4 Menschen ganz exzessiv. Da gibt es zum einen den Stefan, den ich auf einer Singleseite kennengelernt aber aufgrund der Entfernung nie getroffen habe und der inzwischen glücklich vergeben ist was mich sehr freut. Zwischen uns hat sich eine wundervolle Audio-Freundschaft entwickelt. Wir können ganz offen über alles sprechen, auch in Bezug auf Männer frage ich ihn ab und an um Rat (O-Ton: "Schreib doch doofen Männern einfach nicht zurück!") und er ist für mich wie ein großer Bruder. Mit meiner allerliebsten Freundin Sandy aus Berlin habe ich auch schon herrliche Audioabende verbracht wo ich schon vor Lachen unterm Sofa lag. Und sie muss auch immer für das Pre-Date Drama herhalten ("Nein, ich kann das nicht. Ich habe Bauchschmerzen und keine Lust. Ich will lieber schlafen. Was soll ich bloß anziehen? Außerdem ist der gar nicht mein Typ!" Drama Drama Drama!) Und dann gibt es noch meine Namensvetterin Nadine und Schweizer Neumami Dayanne. Uns trennen diverse Jahre Altersunterschied und Entfernungskilometer doch beide sind mir ans Herz gewachsen und ich plane dieses Jahr eine Live-"Konfrontation". Nun mögt ihr euch fragen: Warum telefonieren die denn nicht? Audionachrichten schicken ist doch blöd. Tja, keine Ahnung. Wir haben einfach Spaß daran! 
Am Sonntag zum Frühstück trug ich unter meinem Mantel aus dem letzten Post folgendes Outfit. Die Strickjacke ist von MS Mode und ich liebe sie. Sie ist weich und kuschelig, fuselt nicht und fällt auch sehr schön. Leo-Print ist eh zeitlos. Ich hatte vor Weihnachten einige Sachen bei MS Mode bestellt, muss aber sagen das ich nur sehr wenig behalten habe. Bei den Jacken gefiel mir die Qualität in real nicht so gut und mein Hauptproblem bei allen Jacken waren die Ärmel. Die Ärmel sind wirklich sehr großzügig geschnitten, für mich ist das einfach zu weit gewesen. Wer von Euch aber ein Problem mit großen Oberarmen und in Folge dessen spannenden Ärmeln bei den meisten Jacken hat der sollte mal einen Blick auf das Angebot werfen. Die Strickjacken sind am Arm normal anliegend und die Leggings fallen meiner Meinung nach eher etwas enger aus oder ich habe jahrelang meinen heißen Hintern in eine zu kleine größe gequetscht.

In diesem Sinne: Verbringt soviel Zeit wie nur möglich mit Menschen die Euch gut tun!

Eure NadinE


Cardigan: MS Mode (hier), Dress: Dorothy Perkins, Boots: Sheego, Scarf: via ebay





Sonntag, 25. Januar 2015

Fashion Hero

Liebe Leser,

anders als der Titel vermuten lässt bin ich kein Fashion Hero und im Endeffekt führe ich vermutlich nicht einmal einen Modeblog sondern lediglich eine narzisstische Exkursion durch mein Leben. Wenn ich sehe welche Kleidungsstücke andere Blogger bei der Curvy Messe in Berlin (leider war ich krank und konnte nicht hinfahren) alle begeistert in die Kamera halten muss ich feststellen das ich entweder A) zu alt bin und diese Trends schon in meiner Jugend gesehen habe so das sie in mir keine Begeisterung mehr hervorrufen oder B) keinen (Einheits)Geschmack habe. 
Ich glaube es war im vorletzten Jahr als im TV die Show "Fashion Hero" lief bei der Claudia Schiffer den nächsten großen deutschen Designer suchte. Da ich schon begeistert auf MTV "Project Runway" mit Heidi Klum gesehen habe, bis MTV kostenpflichtig wurde und aus meiner Senderliste verschwand, freute ich mich auf eine ähnlich gute Show. Doch leider war es eher enttäuschend und wurde irgendwann von der sogenannten Primetime in die Mitternachtsstunden verbannt. Eine der Designerinnen die jedoch meine Aufmerksamkeit erregte war Yvonne Warmbier weil sie wirklich schöne weibliche Mode schneidert. Ich bin begeistert von Schnitten die die weibliche Figur zur Geltung bringen, ein wenig 50er angehaucht sind und ich verliebte mich in einen wunderschönen Glockenmantel in einer eher undefinierbaren Farbe zwischen Orange und Aprikose. Karstadt kaufte die Kollektion, ich ging online und da hing er im virtuellen Schaufenster für fast 200 €. Ich schluckte und überlegte, schluckte und überlegte, checkte meinen Kontostand, schluckte nur noch und schlug mir den Mantel aus dem Kopf. Einige Zeit später verramschte Karstadt sämtliche Fashion Hero Teilchen und als es dann noch zusätzlich 25% Rabatt gab konnte ich den Mantel für knapp 30 oder 40 € ergattern. Ehrlich gesagt hätte ich nicht damit gerechnet das er passt, da die Fashion Hero Kollektion lediglich bis Größe 44 produziert wurde und ich eher 46/48 trage. Aber siehe da er fällt etwas großzügiger aus, sitzt auch an den Armen gut und geht sogar zu. Ich liebe diesen Mantel. Nicht nur das er absolut schön fällt, ein tolles Innenfutter und einen wunderschönen Kragen hat - nein, er ist gerade in dieser Zeit ein herrlicher Eyecatcher in der grauen Winterlandschaft und zwischen all den anderen schwarzen, grauen und dunklen Mänteln.  

Eure NadinE



Coat: Yvonne Warmbier via Karstadt, Boots: Sheego, Scarf: via ebay, Clutch: Fleamarket